Kapitel 9

Kapitel 9

Keine Furcht, kein Gehorsam

Gestern wohnte ich einer Versammlung unserer Anführer bei.
Einer von ihnen wollte eine neue Richtung was den Führungstil angeht einschlagen:
Sich die Furcht und Angst der Menschen zur Nutze zu machen. Die Welt ist voll davon, warum sie also nicht benutzen? Sie ist tief in eines jeden Menschen Herzen verwurzelt.
„Keine Furcht, kein Gehorsam.“
So endete seine Rede.

[…]

Keine Furcht, kein Gehorsam.
Diese Worte können die Welt beherrschen.

[…]

Furcht ist etwas zutiefst… menschliches. Sie schützt uns vor potentiellen Gefahren. Doch unsere Gedanken sind dunkel und unser Wille ist schwach. So bringt uns die Furcht nichts weiter als Krieg.
Sie führt uns zu „unmenschlichen“ Taten die wir mit unserer neuen Realität rechtfertigen. Sie gibt uns Stärke, aber macht uns auch blind.
Ist es das wert?
Dafür seinen eigenen Verstand aufzugeben? Seinen Willen einzusperren? Seine Freiheit zu töten?
Ich weiß es nicht.

[…]

Heute ist einer der seltenen Tage an denen es keine Meldungen von Angriffen oder Toten gibt. Keine Detonationen, kein Kind das weinend und schreiend über dem zerschundenen Körper seiner Mutter kniet. Einer der Tage, an denen die Welt still zu stehen scheint.
Heute können wir es uns erlauben auf Frieden zu hoffen.
Aber darauf werden wir ewig warten…

[…]

Diese Ruhe macht mir Angst.

[…]

Keine Furcht, kein Gehorsam.
Diese Worte können die Welt beherrschen.

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