Kapitel 7

Kapitel 7

Was wir hinterlassen werden

Wir sind auch nur Menschen. Wenn ich das schon höre… Was soll das sein? Eine Ausrede? Eine Entschuldigung? Rechtfertigt das den Tod von millionen Unschuldigen?

Allerdings ist es schwierig festzulegen wer schuldig ist und wer nicht… Macht nichts tun einen schon schuldig?

[…]

Menschlichkeit. Hatte das jemals eine Bedeutung? Haben wir es je verstanden? Ist es menschlich zu töten? Ist es menschlich wegzusehen? Ist es menschlich nichts zu sagen? Ich kann diese Fragen nicht beantworten.

Ich gehe jetzt auf die Jagd.

[…]

Wir verfolgen unser Ziel jetzt seit zwei Stunden. Sind ihnen ins Dunkel gefolgt. Wir rasten. So wie sie. Wir warten nur noch auf den richtigen Augenblick. Gibt einem Zeit nachzudenken. Hoffentlich tut sich bald was.

[…]

Haben sie durchsucht. Bis auf die Munition nichts Brauchbares gefunden. Wir gehen jetzt wieder Richtung Refugium. Es wird wieder hell. Man kann die Spuren des letzten Angriffs sehen. Ein paar Krähen kreisen schon am Himmel und warten bis wir vorbeigezogen sind.

Die Raketen waren gründlich. Selbst die Krähen werden es schwer haben. Diese Gegend ist verwüstet und unbewohnbar geworden. So wie der meiste Rest der Welt.

[…]

Diese Welt war ein Geschenk und wir machen nichts weiter als sie zu zerstören. Wir verändern sie solange bis sie auseinander bricht. Und dann haben wir das getötet, was uns am Leben hält.

Ist es das was wir unseren Nachkommen hinterlassen? Eine von Narben gespickte Erde, die nicht mehr die Kraft aufwenden kann ihre Bewohner zu nähren und leben zu lassen?

Wie lange geht das noch gut? Ist die Zukunft noch ungewiss? Oder töten wir sie jeden Tag, indem wir den Abzug oder den Stift ziehen; den Knopf drücken oder einfach wegsehen? Aber eins ist gewiss: Wir werden uns nie ändern.

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