Kapitel 6

Kapitel 6

Die Stille

Eine Rakete rauscht an mir vorbei. Vollgepackt mit Gedanken an Genozid. Ich werfe mich auf den Boden, mache mich auf den Einschlag bereit.

[…]

Der Angriff ist vorüber. Wir haben gewonnen. Oder überlebt; wie man es auch sehen möchte… Aber niemand stirbt ohne Spuren zu hinterlassen. Auch wenn die meisten von uns seit ihrer Kindheit von Tod, Chaos und Verderben umgeben waren, so hinterlässt doch jedes verloschene Licht eine tiefe Leere in unseren Augen.

[…]

Die Schreie gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Noch nie habe ich gesehen, dass Menschen so ihrer Angst und ihrem Untergang entgegengeschrien haben. Ich konnte genau sehen, dass sie wussten, dass nichts das Ende aufhalten würde. Wenn nicht heute, dann an einem anderen nicht allzu fernen Tag.

[…]

Nun herrscht die Stille. Eine Stille, die uns in eine alles umschlingende Dunkelheit stürzt, die von nichts durchdrungen werden kann. Solange bis der nächste Sündenbock gefunden ist, solange bis die nächsten Anschuldigungen aufkeimen, solange bis die Rachegelüste wieder die Oberhand gewinnen.

[…]

Ein leises Flüstern dringt zu mir. Doch kein Flüstern kann die Leere ausfüllen.

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