Kapitel 3

Kapitel 3

Der Geruch des Todes

Schlechte Nachrichten. Das Refugium Widerstand wurde angegriffen. Heute morgen sind 34 Flüchtlinge angekommen. Sie haben uns von einem Angriff einiger gut bewaffneter Plünderer berichtet. Der erste Angriff konnte abgewehrt werden, doch jetzt steht das Refugium Widerstand unter Belagerung.

[…]

Wir haben beratschlagt was wir als nächstes tun sollen. Wir sind zwar keine Pazifisten; vorausgesetzt es gibt so etwas überhaupt noch, aber Soldaten sind wir auch nicht.

[…]

Habe endlich passende Ersatzteile für mein Gewehr gefunden.

[…]

Einer der Flüchtlinge liegt im Sterben. Was er zu mir gesagt hat, werde ich wohl nie vergessen: „Lass mich gehen, ich habe genug gesehen, ich will vergessen…“.

Vergessen.

Was würde ich dafür geben um zu vergessen? Mein Leben? Nein. Irgendetwas zwingt mich dazu in dieser Welt zu bleiben.

[…]

Wir konnten nicht viele Freiwillige gewinnen um dem Refugium Widerstand zur Hilfe zu kommen. In den meisten Augen sehe ich Angst. In anderen sehe ich Wut und in manchen sehe ich schlichte Apathie. So wie in meinen.

[…]

Ein paar bewaffnete Männer und Frauen und Ich haben uns heute auf den Weg gemacht. Wir alle tragen das Zeichen von Refugium Exil: Ein um den Arm gebundenes weisses Tuch. Wenn die Bewohner von Refugium Widerstand eine Staubwolke am Horizont aufkommen sehen, sollen sie sobald wie möglich wissen, dass sie nicht alleine sind, dass noch Hoffnung besteht.
Hoffnung…

[…]

Wir kommen unserem Ziel näher.

Bin ruhig. Spüre keine Angst. Spüre keine Schuld.
Habe gerade nochmal Waffe und Munition überprüft. Waffen die wir erschaffen haben um Zorn über uns selber zu bringen.

Ich rieche den Geruch des Todes.

Es geht los.

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