Kapitel 2

Kapitel 2

Krieg und Apathie

Heute sind zwei Bomben in Sichtweite eingeschlagen. Wir wissen nicht ob sie Teil einer Flächenbombadierung oder nur fehlgeleitet waren. Wir sind in Alarmbereitschaft. Das dritte mal diesen Monat.

[…]

Unsere Späher meldeten vermehrte Aktivität der hiesigen Plünderergruppe, die sich selber „Die rote Sonne“ nennt. Wie Parasiten streifen sie durch das Land, auf der Suche nach etwas verwertbarem. Heute habe ich zwei von ihnen getötet. Den ersten traf ich in den Kopf. Dem zweiten, der kaum wusste wie ihm geschah, zerfetzte ich mit einer weiteren Kugel das Herz. Durch mein Zielfernrohr konnte ich genau in seine leeren Augen blicken.
Ob er mich in seinen letzten Sekunden auf dem Hügel gesehen hat?

[…]

Der Krieg zieht an uns vorbei. Wir hatten Glück.

Ich wage in diesen Zeiten kaum das Wort „Glück“ zu benutzen. Was ist das schon? In Zeiten in denen man jeden Tag um sein Leben fürchten muss, sei es wegen einer Kugel, einer Explosion, einer Krankheit, Hunger oder einem Messer im Rücken das durch das Verlangen, Neid, Verzweiflung und Verrat geführt wurde, ist jede Minute die man überlebt reines Glück.
Jedenfalls für manche.

[…]

2174.

Die Einwohnerzahl des Refugium Hoffnung. Es liegt vier Tagesmärsche westlich von hier. Ich war ein paar mal dort um Ressourcen auszutauschen. Haben ein paar experimentelle Setzlinge gegen Diesel für unsere Generatoren getauscht. Guter Deal. Treibstoff ist heutzutage selten geworden, genauso wie Nahrung die nicht aus Konservendosen stammt.

2174.

So viele Menschen sind heute gestorben.

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