Kapitel 10

Kapitel 10

Die Ruhe nach dem Sturm

Ich sehe das Licht.
Noch nie habe ich solch eine Schönheit gesehen.
Noch nie habe ich solch Tödlichkeit gesehen.
Ich sehe das Licht.
Hell und blendend.

[…]

Da kommt der Sturm.
Der Verschlinger, der dem trügerischem Licht folgt.
Der, der alle Hoffnung auslöscht.
Diejenigen die ihm zu nahe sind, werden binnen eines Lidschlages
in Luft aufgelöst.
Alle anderen werden von einer undurchdringlichen Dunkelheit umschlossen.
Nichts kann ihr entkommen.
Bis auf Rachegedanken.

[…]

Ich bin im Sturm gefangen. Ich versuche zu schreien.
Meinem Schicksal zu entgegnen.
Doch ich bin stimmlos.

[…]

Der Sturm schwindet und hinterlässt ein fahles Gefühl.
Es ist still.
So viele Tote.
So viele Leben wurden ausgelöscht und ins Vergessen fallen gelassen.
Diese Stille dauert aber nicht ewig an. Sie wartet lediglich auf das nächste
Blutvergießen.

[…]

Die Rachegedanken haben ihren Weg aus der Dunkelheit in die Herzen
der Bewohner gefunden. Niemand hätte gedacht das ein anderes Refugium zu so einem
Mittel greifen würde.
Wir wissen auch nicht, wieso die Bombe schon so früh gezündet worden war;
vielleicht waren gar nicht wir das Ziel…
Aber das interessiert hier niemanden. Die Rachegedanken unterdrücken jegliche Vernunft und lassen uns zu Bestien werden. Zähne bleckend werden Waffen gereinigt und Fahrzeuge
wieder fahrtüchtig gemacht.
Bald wird eine rote Sonne aufgehen.

[…]

Die Ruhe nach dem Sturm ist vorbei.

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